25 Jahre Bürgerstiftung Tübingen - ein Jubiläum, das verbindet

Unter den zahlreichen Gästen waren neben Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft vor allem viele Menschen aus Tübinger Vereinen, Stiftungen und Initiativen, die sich tagtäglich für das Gemeinwohl engagieren. Ihnen allen galt dieser Vormittag als Zeichen der Wertschätzung und des Dankes.

25 Jahre Engagement für Tübingen

Im Jahr 2001 wurde die Bürgerstiftung auf Initiative der damaligen Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer gemeinsam mit 21 engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern gegründet. Auch die Gründerin war bei unserer Jubiläumsfeier zu Gast.

Was damals mit einer Idee und bescheidenen finanziellen Mitteln begann, hat sich zu einer festen Größe des bürgerschaftlichen Engagements in Tübingen entwickelt. In den vergangenen 25 Jahren konnte die Bürgerstiftung mehr als 230 Projekte und Angebote mit insgesamt über 850.000 Euro unterstützen. Heute stehen jährlich bis zu 65.000 Euro für Förderungen zur Verfügung.

In ihrer Begrüßung blickte unsere Stiftungsratsvorsitzende Constanze Schemann-Grupp, die die Stiftung seit 2009 mit großem persönlichen Engagement prägt, auf diese Entwicklung zurück.

Demokratie braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen und einander zuhören

Ein besonderer Höhepunkt unserer Jubiläumsfeier war die Festrede von Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen a. D., Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und selbst Gründungsstifter der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen.

Unter dem Titel „Was eine Demokratie in diesen Zeiten von ihren Bürgerinnen und Bürgern braucht und erhofft“ widmete er sich einer Frage, die gerade für eine Bürgerstiftung von besonderer Bedeutung ist.

An der Geschichte der deutschen Wiedervereinigung entlang entwickelte er die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements. Eine seiner zentralen Botschaften war dabei, wie wichtig es ist, einander wieder mehr zuzuhören. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen brauche es die Bereitschaft, andere Meinungen wahrzunehmen, miteinander im Gespräch zu bleiben und gegenseitiges Verständnis zu entwickeln.

Auch Oberbürgermeister Boris Palmer würdigte die Arbeit der Bürgerstiftung mit einem Grußwort. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Tübingen ist seit vielen Jahren eine wichtige Grundlage unserer Arbeit.

Drei Projekte zeigen, was Engagement bewirken kann

Wie vielfältig und nachhaltig die Unterstützung durch die Bürgerstiftung wirken kann, wurde bei der Vorstellung dreier geförderter Projekte deutlich. Unter der Moderation unseres Vorstandsmitglieds Manfred Niewöhner berichteten Vertreterinnen und Vertreter des LESE-HAUSes, des LernOrts Berghof und des Kinder- und Jugendzirkus Zambaioni von ihrer Arbeit.

Das LESE-HAUS Tübingen fördert seit 2008 mit ehrenamtlichen Lesementorinnen und Lesementoren die Lesefreude und Sprachkompetenz von Kindern. Durch Vorlesen in Kindertageseinrichtungen und Bibliotheken sowie individuelle Unterstützung beim Lesenlernen leistet es einen wichtigen Beitrag zu Bildungschancen und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Bürgerstiftung unterstützte das Projekt in seinen ersten acht Jahren mit insgesamt 40.000 Euro.

Der LernOrt Berghof in Lustnau verbindet Naturerfahrung, Umweltbildung und soziales Lernen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben dort ökologische Landwirtschaft unmittelbar, übernehmen Verantwortung und entdecken ihre eigenen Fähigkeiten. Das gemeinsame Projekt der kit jugendhilfe und des Biolandhofs Berghof wurde seit 2019 mit insgesamt 130.000 Euro durch die Bürgerstiftung gefördert.

Der Kinder- und Jugendzirkus Zambaioni wiederum zeigt, wie Artistik, Bewegung und Kreativität junge Menschen stärken und Gemeinschaft fördern können. Rund 260 Kinder und Jugendliche nutzen seine inklusiven Angebote. Den Bau des neuen Zirkushauses in der Hechinger Straße unterstützt die Bürgerstiftung mit 10.000 Euro.

Drei ganz unterschiedliche Projekte, die beispielhaft für die mehr als 230 Förderungen der vergangenen 25 Jahre stehen. Sie zeigen, was entstehen kann, wenn engagierte Menschen gute Ideen entwickeln und die notwendige Unterstützung erhalten.

Musik, Artistik und viele schöne Begegnungen

Für einen festlichen und zugleich unterhaltsamen Rahmen sorgten die jungen Musikerinnen und Musiker der Tübinger Musikschule mit ihrem Cello-Quartett sowie der Kinder- und Jugendzirkus Zambaioni, der das Publikum mit seiner Vorführung begeisterte.

Beim anschließenden Stehempfang sorgte die Funky Butts Brass Band für beste musikalische Unterhaltung.

In entspannter Atmosphäre, bei kulinarischen Köstlichkeiten und vielen angeregten Gesprächen klang unsere Jubiläumsfeier aus.

Ein herzliches Dankeschön

Eine solche Veranstaltung wäre ohne die Unterstützung vieler Menschen nicht möglich gewesen.

Unser besonderer Dank gilt der Familie Feil und dem gesamten Team des Neuen Kunstmuseums Tübingen, die uns nicht nur ihre außergewöhnlichen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, sondern uns auch bei der Planung und Durchführung der Feier mit großem Engagement unterstützt haben.

Ebenso herzlich bedanken wir uns beim Hotel Krone für die großzügige Unterstützung beim Catering.

Unser Dank gilt außerdem allen Mitwirkenden des Programms, insbesondere Armin Laschet, Oberbürgermeister Boris Palmer, den Vertreterinnen und Vertretern der vorgestellten Projekte, der Tübinger Musikschule, dem Zirkus Zambaioni und der Funky Butts Brass Band.

Vor allem aber danken wir unseren Stifterinnen und Stiftern, Spenderinnen und Spendern, unserem Freundeskreis sowie allen aktuellen und ehemaligen Mitgliedern von Vorstand und Stiftungsrat. Sie haben mit ihrem finanziellen und persönlichen Engagement die Entwicklung der Bürgerstiftung in den vergangenen 25 Jahren überhaupt erst möglich gemacht.


Impressionen Festakt 25 Jahre Bürgerstiftung Tübingen (Fotos: Steffen Müller-Klenk)

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