Pressetermin am 24.01.2020 beim Lustnauer Berghof

10.02.2020
von Isolde Nagel

Bürgerstiftung Tübingen fördert das Projekt „LernOrt“ der Martin-Bonhoeffer-Häuser

„Dieses Projekt hat uns unglaublich beeindruckt“ schildert Constanze Schemann-Grupp den Grund für die Förderung durch die Bürgerstiftung. „Es geht darum, dass Kinder und Jugendliche eine Bodenhaftung finden. Das ist wichtiger als die ganze Zeit vor irgendwelchen Apparaten zu sitzen“, so die Vorsitzende des Stiftungsrats.

Die Bürgerstiftung Tübingen unterstützt das Projekt „LernOrt“ der Martin-Bonhoeffer-Häuser auf dem Lustnauer Berghof für die nächsten drei Jahre mit jährlich 30.000 €.

Im Rahmen des Projekts „LernOrt“ besuchen z.Zt. Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse der Tübinger Pestalozzi-Schule immer freitags statt ihrer Schule den Berghof und verrichten alle Arbeiten, die auf einem Bauernhof so anfallen: Sie versorgen Rinder, Pferde und Schafe und helfen bei der Arbeit auf den Wiesen und Feldern. Klassensprecher Aljoscha schildert eindrucksvoll, wie anstrengend aber zugleich erfüllend die Kartoffelernte war. Die Jugendlichen gruben von Hand die Kartoffeln aus und helfen nun bei der Vermarktung der Ware im Hofladen.

Beim Pressetermin am 24. Januar 2020 auf dem Berghof trafen sich die Vorstands- und mehrere Stiftungsratsmitglieder der Bürgerstiftung mit Vertretern des Schwäbischen Tagblattes und des SWR, um die Jugendlichen bei ihrer Arbeit auf dem Berghof zu begleiten und sich ein Bild von der Fördermaßnahme zu machen. Neben den Schülerinnen und Schülern berichteten deren Lehrerin Evelyn Sigloch und ihr Schulleiter Chris Portele über ihre Erfahrungen und den hohen pädagogischen Wert des Projekts. Die Kinder erfahren hier die „reale Landwirtschaft und keinen Streichelzoo“. Matthias Hamberger und Jutta Goltz von den Bonhoeffer-Häusern schilderten aus ihrer Sicht, warum sie das Projekt für förderungswürdig halten: Jugendliche werden hier gebraucht und spielen nicht. Sie erfahren das „echte Leben und echte Landwirtschaft“. Dafür haben sie den „Landwirt aus Leidenschaft“ Thorsten Bock als Landwirtschaftspädagoge angestellt. Er kümmert sich um die Jugendlichen und leitet sie pädagogisch sinnvoll an.

Aljoscha und seine Mitschülerin Sarah führten die Vertreter von Presse und Bürgerstiftung über den Hof und ließen alle an ihrer Arbeit teilhaben. Sie zeigten den Kuhstall mit der hochschwangeren Kuh Rölla, deren Geburt kurz bevor stand, und die Pferde auf der Koppel. Besonders angetan waren die Jugendlichen von den Hofkatzen. Alle waren sich einig, dass sie freitags viel lieber auf dem Hof arbeiten als zur Schule gehen.

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