Bürgerpreis 2018: Preisverleihung zum Thema „Einsamkeit heute – Was tun?“

12.11.2018
von Bürgerstiftung
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Preisverleihung 2018 zum Thema „Einsamkeit heute – Was tun?“

„Die KLINKE“ erhält den Preis der Bürgerstiftung, Ingrid Gerth, Beginenstiftung, und Gabriele Merkle, Hirsch Begegnungsstätte, teilen sich den Ehrenamtspreis

Am Samstag dem 10. November wurden in den bis auf den letzten Platz besetzten oberen Sälen des Museums die diesjährigen Preise der Bürgerstiftung verliehen. Das Grußwort hielt der Erste Bürgermeister der Stadt Tübingen Cord Soehlke, Festredner war Prof. Dr. Tobias Renner, Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugend-Psychatrie der Uniklinik Tübingen, für die musikalische Unterhaltung sorgten die Schwestern Uljana (Gesang) und Sofia Kovalschuk (Klavier) von der Musikschule Tübingen.

Der mit 10.000 € dotierte Preis der Bürgerstiftung geht 2018 an „Die KLINKE“, eine Begegnungsstätte für junge Menschen mit psychischen Erkrankungen. Gabriele Merkle von der „Begegnungsstätte Hirsch“ und Ingrid Gerth von der Beginenstiftung erhalten jeweils zur Hälfte den mit insgesamt 2.000 € ausgelobten Ehrenamtspreis. Damit unterstützt die Bürgerstiftung eine Institution und zwei Einzelpersonen, die sich in Tübingen um einsame Menschen kümmern und dadurch Einsamkeit in der Gesellschaft bekämpfen.

Das Thema der Bürgerstiftung Tübingen 2018 lautet: “Einsamkeit heute – Was tun?“ Einsamkeit ist in unserer Gesellschaft ein zunehmendes Problem, das nicht nur ältere Menschen betrifft. Die Bürgerstiftung prämiert mit ihrem Hauptpreis ganz bewusst ein Projekt, das sich mit Menschen aller Altersgruppen beschäftigt und künftig vor allem Jüngere in den Fokus nehmen möchte. Die Begegnungsstätte „Die KLINKE“ arbeitet seit 1972 in der Haaggasse 5 und bietet einen Schutzraum, wo Menschen mit psychischen Erkrankungen sich treffen und austauschen.

Sie können Kontakte knüpfen und pflegen, Ängste und Verunsicherungen abbauen und Isolationen durchbrechen. „Die KLINKE“ bietet durch qualifiziert begleitete Angebote wie Tischtennis, Malen, Kochen, gemeinsames Frühstücken eine Tagesstruktur und hilft Einsamkeit im Alltag zu bekämpfen. Die sogenannte Teestube gibt Gelegenheit zu offenen Begegnungen und in der Aktivgruppe „nix wie raus“ verbringen seelisch erkrankte Menschen Zeit miteinander in und um Tübingen. Psychiatrieerfahrene erleben in der „KLINKE“ neue Anregungen und erhalten eine Perspektive in Richtung bürgerschaftlichem Engagement. Mit dem Preisgeld soll die Fortbildung von bürgerschaftlich engagierten Menschen und weitere Freizeitaktivitäten ermöglicht werden.

Den Ehrenamtspreis teilen sich in diesem Jahr Ingrid Gerth von der Beginenstiftung und Gabriele Merkle, von der Hirsch Begegnungsstätte für Ältere. Gabriele Merkle äußerte sich zunächst erstaunt über die Ehrung. Sie sei sich nicht bewusst, dass sie sich auch gegen Einsamkeit engagiere. 1999 übernahm sie als erste Vorsitzende die Arbeit im Hirsch. Seit dieser Zeit setzt sich Gabriele Merkle ehrenamtlich für das Wohl älterer Menschen ein und sorgt mit ihren Mitstreitern durch attraktive Programme wie Sprachkurse, Schachspielen, Sing- oder Literaturkreise für Gemeinsamkeit. Die Begegnungsstätte Hirsch gilt längst als feste Tübinger Institution, vor allem der zentrale Treffpunkt, die Cafeteria.

Ingrid Gerth ist Stiftungsgründerin der Beginenstiftung, die 2003 gegründet wurde. Die Beginenstiftung bietet Frauen die Möglichkeit zusammen unter einem Dach zu leben. So steht in der Satzung der Beginenstiftung: „Gemeinschaftliches Wohnen ist eine Alternative zum isolierten Leben in der Kleinfamilie, zur Singlewohnung, zum Altenheim.“ Ingrid Gerth hat sich dafür eingesetzt, dieses Konzept in Tübingen zu realisieren: Seit 2004 gibt es ein Beginenhaus in Hagelloch und seit 2012 in der Maurerstraße in Tübingen. Dem unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz Ingrid Gerths ist es zu verdanken, dass die Beginenstiftung in Tübingen Frauen eine Heimat bieten.

Die Bürgerstiftung Tübingen gratuliert allen Preisträgern.

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